Um mich fürs Klettern und das Biken Ausdauermäßig fit zu halten habe ich mich für die einfachste Art und Weise entschieden. Ich habe mich in einem speziellen Geschäft für Laufsport beraten lassen. Wichtig hierbei war, dass ich wusste wo es bei mir hinging – fithalten war meine Devise.
Nach einigen Jahren des Laufens habe ich gemerkt, dass die Distanzen der Laufstrecken immer länger wurden und die Zeiten auf den gelaufenen Kilometer, die Pace, immer schneller. Das vorzeitige Ende dieser Lage war, dass ich mich dazu entschieden habe einen Halbmarathon zu laufen – sprich 21,0975 Kilometer.

Es war Spätherbst und die mir nächstgelegene Laufveranstaltung fand Ende April im Folgejahr statt. der Fischbacher Halbmarathon. Wie mir nach meiner Anmeldung gesagt wurde kein einfacher Lauf. Mit ca. 350 Höhenmeter auf die oben genannten ca. 21 Kilometer sogar einer der schwierigeren – zumindest als Anfänger in dem Bereich.
Vorbereitung
Wie bereite ich mich auf diese ca. 21 Kilometer vor?
Was natürlich hilft ist laufen, laufen, laufen. Doch auch beim joggen sollte man mit Köpfchen an die Sache rangehen. Wenn man niemanden kennt der einem hierbei unterstützt gibt es kleine Helferlein wie Laufapps.
Da ich schon seit einigen Jahren die Adidas Running App, vormals bekannt als Runtastic, benutzt habe habe ich mich zur Vorbereitung auch für diese App entschieden. Auch wer im Internet sucht findet eine Vielzahl an Trainingsplänen.
Um bei der App an einen Trainingsplan zu kommen muss ich ein wenig in die Tasche greifen. Monatlich werden 9,99 € fällig, eine Jahresmitgliedschaft kostet 49,99 €. Ob sich das für euch lohnt solltet ihr für euch entscheiden. Der Vorteil an einer App mit Trainingsplan ist der, dass man alles in einem hat und den eigenen Lauffortschritt direkt im Überblick hat.

Zunächst ging es ganz locker los. Die App verlangte einen ersten Orientierungslauf um die kommenden Trainings an mich anpassen zu können. Im Weiteren habe ich über Intervalltrainings und Fartlek-Läufe meine Geschwindigkeit verbessert und über lange Läufe meine Distanz.
Intervalltraining ist eine Trainingsmethodik im Sport, die durch abwechselnde Belastungs- und Erholungsphasen (Intervalle) gekennzeichnet ist. Dabei werden die Erholungsphasen von der Dauer und Intensität so gestaltet, dass sich der Organismus nicht vollständig erholen kann. Durch die unvollständige Erholung soll ein starker „Trainingsreiz“ gesetzt werden.
Wikipedia
Als Fartlek bezeichnet man eine Trainingsform im Laufsport, bei der das Lauftempo während eines Dauerlaufes mehrmals gesteigert und verringert wird.
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In der Gesamtschau zur Vorbereitung kann man sagen, dass ich in jedem Training Kilometer gesammelt habe. Die langen Läufe waren stets zwischen einer und zwei Stunden am Stück. Die Fartlekläufe und Intervalltrainings waren „nette“ Abwechslungen in der Vorbereitung.

Knapp zwei Monate vor dem Halbmarathon hat Baumhauer Outdoorsport eine tolle Challenge angeboten. Run the Date – Vom 01. des Monats bis zum 15. des Monats jeden Tag die Kilometeranzahl der Tageszahl zu laufen. Hier dachte ich, dass dies eine gute Form der Vorbereitung sei (Kilometer sammeln). Und so viele sind es ja nicht?! – Auf den ersten Blick sieht man leider gar nicht wie viele Kilometer es tatsächlich sind. Bis Tag 9 sind es zwar nur 45 Kilometer doch dann kommt es dicke. In den sechs folgenden Tagen sind es tatsächlich nochmals 75 Kilometer, sodass ich in den zwei Wochen 120 Kilometer gelaufen bin.
Jetzt bin ich auch keine 20 mehr und die 120 Kilometer waren für meinen Körper nicht gut. Ich bekam Hüftschmerzen, welche nur durch eine intensive physiologische Behandlung wieder in den Griff zu bekommen war. In den kommenden Wochen musste ich mein Training entsprechend pausieren. Weniger ist manchmal mehr. Ich kann von solch einer Challenge nur abraten wenn man sich im Training auf einen Lauf befindet.

Zum Glück waren es noch einige Wochen bis zum Laufevent und ich konnte mein Training wieder aufnehmen. Da der Trainingsplan es nicht vorsah einen Test-Halbmarathon zu laufen war mir nicht klar wie schnell ich am Ende sein werde und ob ich die ca. 21 Kilometer tatsächlich auch am Stück schaffe.

Der Lauf
Der Lauf an sich war demnach ein wenig wie eine Wundertüte. Ich wusste, dass ich langsam loslaufen muss, da ich mich sonst zu früh verausgabe und mir die Power hintenraus fehlt. So bin ich die ersten 7 Kilometer unter 04:40 min auf den Kilometer gelaufen. Die Kilometer 8 und 9 waren wieder langsamer und zwischen 04:41 und 04:48. Anschließend ging es zwei Kilometer wieder schneller mit einer durchschnittlichen Pace von 04:31 min.

Die Kilometer 12 bis 19 waren auch wieder langsamer mit einer Pace von ca. 04:45 min. Diese Schwankungen führe ich auf zwei Gründe zurück. Zum einen sind es die Streckengegebenheiten. Die 350 Höhenmeter muss man auch irgendwann hochlaufen. Und zum anderen ist die Motivation ein großer Faktor gewesen. Ab Kilometer 4 musste ich meinen Laufpartner ziehen lassen, der ein Zwischenhoch hatte und mir davongerannt ist. Wenn man auf 21 Kilometer keinen zur Motivation hat, dann kann man auch ein wenig einbrechen, so ist mir das eben zwischen den Kilometern 12 und 19 geschehen. Die letzten beiden Kilometer gingen zum einen leicht bergab und zum anderen hatte ich jeweils auf das Ende des jeweiligen Kilometers einen Läufer vor mir, welchen ich überholen konnte. Dies hat mich auf diese beiden Kilometer unglaublich motiviert, sodass ich diese in 04:26 und 04:13 min gelaufen bin.
Am Ende war ich überglücklich den Halbmarathon in einer Zeit von 1:37:20 gelaufen zu sein.
Die Zeit danach
Was mache ich jetzt?
Entweder ich falle in ein tiefes Loch und laufe nicht mehr – oder ich setze mir ein neues Ziel – gesagt getan. Das nächste Ziel heißt Arlberg-Montafon-Marathon. Allerdings die abgeschwächte Form des eigentlichen Marathons. Dennoch bleiben stattliche 35km und ca. 1200 Höhenmeter.
Wie mache ich jetzt weiter? Dass ich ca. 22km weit komme habe ich bewiesen. Jetzt sollen nochmal 11 km an Strecke und ca 1000 Meter an Höhe obendrauf kommen?
…bleibt dran, im nächsten Artikel werde ich euch davon berichten
Euer Tom
