Fallschirmspringen

Ich springe gleich ohne Not aus einem funktionierenden Flugzeug! Bin ich denn irre?
Ich habe zum Geburtstag einen Fallschirmsprung geschenkt bekommen. Da dachte ich mir noch: kein Problem, ich hab ja schon anderes hinbekommen. Außerdem wollte ich ja schon immer mal was in die Richtung machen, Bungee oder so?!

Auf jeden Fall war es dann soweit – der Tag der Wahrheit. Ganz lässig und ohne Aufregung verlief der Tag.

Angekommen am Flugplatz Bad-Wörishofen begrüßte uns eine nette Dame aus einem Bauwagen. Der Sprungleitet, ein ehemaliger Berufssoldat und mehrfacher Welt- und Europameister, würde gleich da sein und sich unser annehmen.

Berufssoldat – Weltmeister – der Mann ist bestimmt 2 Meter groß und ist kräftig wie ein ausgewachsener Bär. Der eben erwähnte Sprungleiter begrüßte uns und mir wurde das erste mal am Tag mulmig. Dieses Männlein, gerade mal meine Hälfte (und ich bin mit 182/86 nicht wirklich viel), soll mich sicher auf den Boden bringen? Puh.

www.funjump-tandemspringen.de

Zunächst geht’s zum umziehen- die richtige Größe des Anzugs finden, Brille und Helm… Helm? Als ob!


Jetzt werden Trockenübungen auf dem Boden trainiert. Die richtige Haltung vor und während des Sprungs. Auf was wir zu achten haben wenn er dementsprechende Fingerbewegungen macht. Eigentlich hat er uns beim Training gesagt „bewegt euch nicht! Und wenn doch – nur wenn ich es sage.“ Hmmm… bekomme ich hin.


Nach dem sogenannten Training ging es zum Flugzeug. Eine kleine Kiste mit Flügeln in der es nur für den Piloten einen Sitz gibt. Ich habe viele Filme gesehen, da ist keiner aus so einem Fluggerät gesprungen (Flugzeug kann man es wirklich nicht nennen). Die hatten alle Platz und konnten sogar stehen. Mir stellte sich schon die Frage ob ich das tatsächlich durchziehen soll?

Man kann sich ja nicht die Blöße geben, zudem war es ein Geschenk  Das schlägt man doch nicht aus. Diejenigen die mir das geschenkt haben stehen ja mit dabei und wollen was sehen für’s Geld.


Also gut. Reiß dich zusammen und überspiel deine Angst mit Lässigkeit.

Zu siebt sitzen wir in diesem weißen Fluggerät. Der Pilot, drei Springer und ihre Tandempartner. Meiner, besagter Sprungleiter, auf meinen Rücken geschnallt wie ein zu schwerer Rucksack.

Die ersten Meter vom Boden weg war die Tür des Fluggerätes geöffnet. Der Boden entfernte sich immer weiter von mir, doch war es angenehm die Hand aus der Tür halten zu können. Draußen war es kalt und jeden Meter den es weiter genHimmel geht ein Stückchen kälter.

„Absprunghöhe erreicht.“ 4000 Meter ÜN. Zum ersten Mal nahm ich den Piloten wahr. Unter den Tandempartnern wurde ausgemacht, dass ich der letzte der drei Paare sein sollte der springt.

Die ersten Springer setzten sich an den Rand des Fluggerätes – ein, zwei Mal wurde gewippt und schwupp, waren sie weg. Rausgesprungen aus dem Fluggerät. Ich dachte mir noch: „du bist gesund, das Fluggerät ist intakt, du hast keinen Zwang rauszuspringen“.

Das nächste Paar saß an der Kante, schwupp – weg.

„Bin ich denn irre?“ Es lief wie im Film – plötzlich saß ich an der Kante. Kopf nach oben, Beine nach hinten, schwupp – weg.

Die ersten Meter blieb mir die Luft weg. Mein Herz hat aufgehört zu schlagen. Ich konnte noch nicht mal schreien. Dann hat mein Hirn wieder eingesetzt und ich flog dem Boden entgegen. Als wenn man bei Google Maps an die Erde heranzoomt. Nur verdammt cool. Meine Stimme kam zurück und ich schrie vor lauter Aufregung und Glück. Einige Sekunden später war alles vorbei. Der Schirm zog stramm an meinen Schultern und jetzt konnte man sogar die Aussicht genießen.

Mit geöffnetem Schirm glitten wir langsam Richtung Erde. Die Angst wurde vom Glück übertroffen. Nach erfolgter, weicher, Landung machte ich mich auf mich bei den Menschen zu bedanken, denen ich diesen Sprung zu verdanken hatte. Die hatten mir ein unvergessliches Erlebnis geschenkt.

Nochmal würde ich es nicht machen. Was aber eher daran liegt, dass ich das Risiko nicht selbst kalkulieren kann. Ich lege mein Leben nicht gern in eine fremde Hand.

Doch was ich euch empfehlen kann ist dass ihr von einer größeren Höhe springt. Dieser Sprung ist eh schon teuer, da macht es nichts aus nochmal was drauf zu legen und hierfür einen längeren freien Fall zu haben.

Am Ende des Tages war ich glücklich, dass ich gesprungen bin. Sport kann man das allerdings (nach meiner Definition) nicht nennen.

Seid ihr schon mal gesprungen oder habt es vor? Was sind eure Gedanken und Meinungen hierzu. Lasst es mich wissen.

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