Hindelanger Klettersteig

Die schöne Silhouette des Nebelhorns über den östlichen Wengenkopf bis hin zum Großen Daumen erscheint einem wild und schroff. Von Oberstorf aus gesehen kaum begehbar. Doch wenn man sich erst mal auf dem Grat befindet erkennt man dass es doch nur eine, meist, lockere Kraxelei ist.

Darum versucht man sich die Tour an sich erheblich zu erschweren, indem man , unglücklicherweise, an einem Tag die Tour begeht an dem einem der Nebel so dicht erscheint als wenn man ihn zerschneiden könnte. Doch gut ausgerüstet mit der nötigen alpinen Erfahrung und folgendem Material könnt ihr diesen Gratklettersteig nicht nur bei Sonnenschein überstehen:

  • Fjällräven Hose „Nils“
  • Marmot „Pikes Peak Tee“
  • Vaude „Hurricane“ Weste
  • Lowa „Tibet Pro“ Stiefel
  • K-Way Regenjacke
  • Icebreaker Mütze
  • Petzl Kletterhelm
  • Petzl „Corax“ Klettergurt
  • Salewa „Via Ferrata“ Klettersteigset

Gut ausgerüstet steht man in Oberstdorf vor der Wahl: Hochwandern bis zum Einstieg oder lasse ich mich von der Bahn fahren?

Wenn ihr zwei Tage Zeit habt, dann geht unbedingt zu Fuß auf das Nebelhorn. Hier habt ihr eine tolle Übernachtungsmöglichkeit im Edmund-Probst-Haus. Von hier aus ist es am Morgen nicht mehr weit zum Einstieg auf dem Gipfel des Nebelhorns.

Wenn ihr jedoch nur einen Tag Zeit habt und ihr keine 15 Stunden Tour gehen möchtet, dann lohnt sich der Gang zur Bahn. Dir Nebelhornbahn ist sehr teuer und grundsätzlich mit Gipfeltouristen überfüllt. Hier kann einem schon mal die Lust auf den Berg vergehen. Wer hier die Einsamkeit sucht ist Fehl am Platz. Am Gipfel des Nebelhorns angelangt weisen Schilder auf den Einstieg des Hindelanger Klettersteigs hin. Diese sind kaum zu übersehen. Gleich zu Beginn geht es mit einer langen Leiterpassage los. Ab jetzt kraxelt man von Spitze zu Spitze über abgesicherte und auch über nicht gesicherte Passagen. Immer wieder darf man steilere Stücke des Weges mit Leitern überwinden. Leider ließ uns an diesem Tag der Ausblick im Stich. Doch war der Nebel auch unser Glück. Vor und nach uns war kein Mensch auf dem Grat zu sehen. Wir hatten den Weg für uns. Was wäre es auch für eine Enttäuschung gewesen – unterwegs auf dem Nebelhorn ohne Nebel?!

Gegen Mittag ging sogar der Himmel ein wenig auf und man hat mehr gesehen als die bloße Hand vor den Augen. Auf dem selben Grat wie wir wanderte eine Gams – sie begleitete uns eine ganze Weile. Auch während unserer Pause ließ sie sich von uns begutachten. Sie war schön anzusehen. Der Steig zog sich auf ca. 3,5 Stunden, bis auf den Gipfel des Großen Daumens, hin. Hier macht sich dann eine gute Zeitplanung bezahlt. Die letzte Bahn fährt vom Edmund-Probst-Haus um 16:00 Uhr bergab. Vom Großen Daumen bis zur Bergstation sind es nämlich auch nochmal ca. 2 Stunden Gehzeit.

Ein bisschen länger braucht man wenn man seine Strapazen mit einem Sprung ins kühle Nass lindern möchte. Und mit kühl ist eiskalt gemeint. Mit neuen Lebensgeistern geht es auf die letzte Runde. Den Schlusspunkt setzt die Himmelsleiter. Entkräftet, müde und Glücklich kommt man am Parkplatz an. Nach fast 6 Stunden ist der zu Beginn leichte Klettersteig nun doch ganz schön anstrengend gewesen.

Teilt mir euer Nebelhorn Erlebnis mit! Was gibt es für Tipps aus eurer Sicht? Ich freue mich auf eure Kommentare. 

Ein Kommentar zu „Hindelanger Klettersteig

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