Wandern im Val Codera

Nördlich des Comersees liegt, eingebettet zwischen steilen Berghängen, das wunderschöne Val Codera. Ein Hochtal knapp 800 Höhenmeter über dem 200 Meter hohen Mezzolasee.

Hier oben hat es drei Dörfer: Codera, Cola und San Giorgio di Cola. Und alle drei können nur zu Fuß erreicht werden. Essen und andere Dinge die nicht selbst angebaut werden können werden mit einer Seilbahn transportiert.

Auf der Anfahrt zum Parkplatz von Süden her, sollte man in Novate Mezzola auf der Via Nazionale bleiben und am Kreisverkehr, am Bahnhof, die zweite Ausfahrt nehmen. Anschließend geht es direkt bei einer Apotheke nach rechts in die Via Ligoncio, ab hier immer der Straße nach bis zum Kiesparkplatz.

Zunächst geht es stufenartig die gesamten 600 Höhenmeter über dem Mezzolasee steil nach oben. Treppen welche in den Fels geschlagen wurden machen den Weg in einigen Abschnitten gut begehbar. Manchmal findet man den Weg aber nur weil das Sicherungsgeländer noch steht.

Ab und zu erwischt  man sich dabei nicht mehr auf den sicheren Boden zu schauen, sondern dabei seinen Blick in Richtung Süden, den Mezzolasee und den dahinter liegenden Comersee, schweifen zu lassen.Immer am Abgrund des Flusses Codera entlang gehen wir den, mal breiter mal schmaleren, Weg weiter in Richtung Codera. War es zunächst am Steilhang durch die Höhenmeter und die Sonne, welche unerbittlich und ohne Gnade auf uns herabscheint, überaus schweißtreibend ist es nun der Wald, welcher uns den ersehnten Schatten spendet. Doch auch hier liegt die Tücke. Es kann sehr frisch und feucht werden durch kleinere Wasserfälle – nehmt Regenkleidung mit! Der Blick ins Val Codera in Richtung Norden sieht aus, als würde hier nichts mehr kommen, bis man in die Schweiz gelangt. Nur die Stahlkabel der Seilbahn lässt erahnen, dass hier noch etwas kommen muss.

Plötzlich gibt der Wald, auf einer Lichtung, den Blick auf eine Ansammlung von Häusern frei. Steinhäuser die, augenscheinlich, wahllos an ein etwas flacheres Stückchen der sonst steilen Hänge  gebaut wurden. Aus der Ferne konnte man zwar offenstehende Fensterläden und auch bewirtschaftete Gärten erkennen, doch Menschen waren keine zu sehen. Lebt hier tatsächlich jemand? – Die Leute in Novate Mezzola haben es zumindest gesagt.Als wir durch das Dorf, vorbei an den alten Gemäuern, schlendern sehen wir ein kleines Gasthaus mit Terrasse unter alten Weinreben. Hier sehen wir zum ersten Mal weitere Wanderer und auch das Gasthaus ist geöffnet.

Das Timing ist perfekt – die Uhr schlägt 12:30 Uhr und der Magen knurrt. Mit frischen Gnocchi (niocki) hat uns unser Gastgeber. Zur Nachspeise gibt es frischen Honig aus der Wabe – diesen habe ich so zum ersten Mal kosten dürfen und kann ich nur empfehlen.

Frisch gestärkt geht der Weg für uns weiter. Schließlich haben wir noch nicht einmal die Hälfte des Weges.

Auf einem Höhenweg geht es aus Codera hinaus und wieder in Richtung Süden. Nicht weiter Richtung Norden gehen – hier geht es nämlcih den Tracciolino weiter nach Bresciadega. Bis dorthin ist es noch ein weiter Weg. Jedoch auch etwas für eine schöne Mehrtagestour entlang der Schweizer Grenze.

Der Weg wird schmaler und unter Kastanienbäumen auch wieder sehr schattig. Doch immer wieder hat das Laub ein Nachsehen mit uns und gibt traumhafte Blicke auf die Seen frei die im Süden liegen.

Vorbei an alten Bergwerken, die die Hänge durchlöchern, kommt man an zwei Abzweigungen vorbei welche die Ortschaft Cola ausweisen.  Wenn man den Weg früh morgens beginnt kann man hier den Abstecher machen, welcher sich auch wegen der schönen Aussicht lohnt.Der gesamte Weg ist ein kleines Abenteuer. Nicht nur wegen der Aussichten und der teils waghalsigen Wege sondern auch wegen der kleinen Dörfer – San Giorgio di Cola ist ein wahrer Schatz. Auch dieses Dorf ist lediglich mit einer Seilbahn mit der Außenwelt verbunden. Mit einer kleinen Kapelle und weiteren bewirtschafteten Bauernhäusern hat es sich seinen eigenen Charakter erhalten.

Von hier aus geht es wieder einen steilen Hang mit unzählbaren Serpentinen bergab. Ein kurzer Blick noch zurück bevor man dem Mezzolasee von Kurve zu Kurve, Stück um Stück näher kommt. Es zieht sich jedoch länger als es den Anschein macht.

Mit schweren Beinen kann man sich noch in der Nähe des Parkplatzes in den Fluss Codera legen um diese wieder ein bisschen aufzufrischen – der Gebirgsfluss ist nämlich eisig kalt.

Berichtet mir von euren versteckten Orten, die noch ursprünglich sind. Wart ihr schon mal in Codera? Schreibt mir oder kommentiert.

Viel Spaß beim ausprobieren.

3 Kommentare zu „Wandern im Val Codera

    1. Hallo Jörg, wenn du noch nie dort warst musst du es ausprobieren. Vor allem dann auch die Mehrtagestour über Bresciadega. Leider befindet man sich dort auf der Südseite des Piz Cengalo, welcher im letzten Jahr traurige Berühmtheit erreichte wegen des Felssturzes. Demnach weiß ich leider gerade nicht wie der Fels auf der Südseite ist. Sollte man vorher auf jeden Fall abklären. Ansonten viel Spaß beim wandern in der „Wildnis“.

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