Klettersteig Hochjoch

Das Hochjoch kannte ich bislang nur vom Skifahren. Viele Pisten und Lifte die in den Berg hineingebaut wurden. Aber als Berg den ich auch im Sommer begehen kann war er mir bislang nicht bekannt.

Der Klettersteig Hochjoch wird auf der Silvretta Website als der längste Klettersteig Vorarlbergs beschrieben. Ich war gleich begeistert von der Idee vier Stunden am Berg auf den Eisenwegen unterwegs zu sein.

Am Morgen ging es früh los. Wir versuchten die erste Gondel der Hochjochbahn um 08:30 Uhr zu nehmen. Natürlich wäre es grundsätzlich möglich gewesen den Berg zu erklimmen ohne die Bahn in Anspruch zu nehmen. Doch liegt Schruns auf knapp 700 Hm und der Gipfel des Hochjochs auf 2520 Hm. Um diese ca. 1800 Hm an einem Tag hoch und wieder runter zu kommen hätten wir mehr Zeit gebraucht.

Also haben wir uns in die Gondeln der Hochjochbahnen gesetzt um anschließend mit diesen auf die Bergstation zu fahren. Die Bergstation ist auf 1860 Hm von daher sind es immer noch einige Höhenmeter zu überwinden bevor wir auf dem Gipfel stehen.

Von der Bergstation geht es in Richtung Norden, bergauf zum Skitunnel. Durch diesen Skitunnel sind wir durchgelaufen. An dessen Ende hat man normalerweise einen tollen Blick auf das Hochjoch und den darunter liegenden Schwarzsee, der seinem Namen definitv gerecht wird. Leider war es am Tag unseres Aufsteigs neblig und man hat am Vormittag die eigene Hand vor Augen kaum erkannt.

Wichtig ist dass man direkt nach dem Tunnel links abbiegt und nördlich vom Schwarzsee um diesen herumgeht um den Einstieg zu finden. Da wir nicht einmal den See gesehen haben sind wir dem normalen Weg gefolgt bis wir nach einiger Zeit den See hinter uns erkannten und wieder zurückwandern mussten.

Der Einstieg zum Klettersteig befindet sich ca. 50 Höhenmeter oberhalb des Sees. hier lohnt es sich, zumindest den Helm schon am See anzulegen.

Der Klettersteig führt zunächst steil bergauf, Eisentritte sind teils selten und so kann man sich schön am Fels festhalten. Ein Stück weiter bergauf öffnete sich sogar die geschlossene Wolkendecke um ein bisschen die Sonne durchzulassen. Nun konnten wir auch den Schwarzsee von oben betrachten.

Einige Stellen des Klettersteigs sind bei Nebel ganz schön feucht, sodass ein guter Halt am Fels oder auch den Stahlseilen sehr wichtig ist. Sonst findet man sich im Schwarzsee wieder.

Zur Orientierung ist eine Karte immer empfehlenswert. Sollte einmal etwas passieren oder auch nur um zu schauen wo man sich gerade befindet und was noch vor einem liegt.

Wir haben vor uns noch die beiden Seilbrücken gesehen und waren froh, dass wir über beide drüber gehen durften bei Sonnenschein. Bei Nebel wäre es doch ein wenig unheimlich geworden, auf einer schmalen Seilbrücke zu gehen ohne zu sehen was um einen herum ist.

Wir haben den Gipfel dann in knapp zweieinhalb Stunden ab dem Einstieg erreicht.

Bis hierher war es ein nicht allzu anstrengender aber doch sehr langer Klettersteig. Wir hatten immer wieder einen wahnsinnig tollen Ausblick auf das kleine Hochtal um den Schwarzsee.

Auf dem Gipfel angekommen scheint doch tatsächlich durchgehend die Sonne. Unser Blick reicht bis ins Verwall und das Rätikon bis ins flache Deutschland.

Der Gipfel ist immer ein besonderer Platz um eine Pause einzulegen. Diese hatten wir uns auch verdient. Noch kurz einen Eintrag ins Gipfelbuch und anschließend geht es wieder nach unten.

Nicht ganz. Nach dem Gipfel ist nicht Schluss mit dem Klettersteig. Dieser führt über einen langen Grat hin zu den Skipisten des Berges. Die Schwierigkeiten hier übersteigen  A kaum. Selten gibt es eine Stelle die mit B zu bewerten ist.

Tipp: Wer auf den Gipfel des Hochjochs will muss nicht unbedingt die schwere und steile Route wählen. Es ist auch gut möglich nur den Grat entlang zu gehen. So kann man auch als Anfänger oder mit Kindern auf das Hochjoch gelangen.

Den Grat entlang kann man die Aussicht ins Verwall genießen, doch muss man natürlich immer schauen wo man hintritt. Die Route auf dem Grat dauerte daher ein wenig länger als eingeplant, da wir uns immer wieder Zeit für diese grandiose Aussicht genommen haben.

Zurück auf der Skipiste kommt uns doch tatsächlich ein Steinbock entgegen. Dieses wunderschöne Tier haben wir beobachtet und es hat sich durch uns in nichts stören lassen.img_6705

Tipp: Wenn man eine Begegnung mit einem wilden Tier, was der Steinbock definitiv ist, hat darf man dieses auf keinen Fall anlocken. Das Essen bleibt im Rucksack und man hält einen ordentlichen Abstand zu dem Tier ein.

 

Wart ihr bereits auf dem Hochjoch? Geht ihr eher im Winter oder im Sommer dorthin? Hattet ihr schon einmal eine Begegnung mit einem Steinbock oder einer Gemse? Erzählt es mir.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Euer Tom.

 

Ein Kommentar zu „Klettersteig Hochjoch

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