Michael Füchsle – Paraclimber

Michael Füchsle ist ein besonderer Kletterer. Bereits seit seinem sechsten Lebensjahr fühlt er sich stark mit den Bergen verbunden. Er beging bis 2003 mehrere Felskletterrouten und Erstbegehungen bis zum 10. Schwierigkeitsgrad. Außerdem war er auch stark im Bergsteigen aktiv und beging einige tolle Routen bis hin zu einem Erstbegehungsversuchdurch die Eiger Nordwand. Die Durchsteigung der Route an der Eiger Nordwand blieb ihm jedoch aufgrund eines Wetterumschwungs verwehrt.

(c) Michael Füchsle

Michael Füchsle brachte in den Jahren mehrere Topo-Kletterführer über die Klettergebiete in Konstein, Cortina und Trieste (mit Slowenien), sowie die Kletterzeitschrift „Onsight“ heraus und er gründete nebenher die Bekleidungsfirma CIAN.

2003 kam für Michael Füchsle dann der Supergau. Seine Krankheit, Collitis Ulcerosa, verschlechterte sich derart, dass er eine erhöhte Dosis Cortison zu sich nehmen musste und hierdurch nicht mehr klettern konnte. 2005 wurde es sogar noch schlimmer als er mit einem lebensgefährlichen Darmdurchbruch notoperiert wurde und diese mit Glück überlebte.

(c) Michael Füchsle

Bis 2013 kämpfte sich Michael wieder zurück an den Fels. Seitdem ist er als sogenannter Paraclimber aktiv und bestreitet diverse Kletterwettkämpfe für Kletterer mit Handicap.

Michael, welches Handicap hast du, dass du an Paraclimbing Wettkämpfen teilnimmst?

Ich habe seit 2005 nach meinem Darmdurchbruch ein Dünndarm Stoma ( künstlicher Darmausgang)  starke Polyneurophatie an Beinen und Armen sowie mehrere aktive Analfisteln.


Was unterscheidet dich zu einem sogenannten „normalen“ Kletterer?

Durch mein Handicap bin ich doch sehr in der Bewegung eingeschränkt, zum Teil bekomme ich meine Füße nicht zum nächsten Tritt, auch soll ich so weit wie möglich starke längere Überhänge meiden.

(c) Michael Füchsle


Wie kommst du durch die derzeitige Corona-Krise?

Ich denke es gibt Schlimmeres, zum Glück sind wir ja nicht komplett eingesperrt, bzw. waren. Gestern wurde ja bereits weiter gelockert und ich denke man kann es jetzt auch wieder vertreten an den Felsen zum Bouldern oder Klettern zu gehen. Ich habe auch die Zeit genutzt um Berichte zu schreiben, auch der Bericht für das geplante Buchprojekt zusammen mit dem Geoquest Verlag ist fertig geworden.

(c) Michael Füchsle


Wie hältst du dich für die Zeit nach den Corona-Beschränkungen fit?

Ich habe mir die Wohnung umgebaut in ein kleines Fitnessstudio. Trainiere auch in der Wohnung 4-5 mal die Woche.


Jetzt hast du eine Vita, die doch sehr außergewöhnlich ist. Du hast Rückschläge hinnehmen müssen, welche die meisten von uns nicht kennen, da wirkt diese Corona-Krise wie eine Kleinigkeit. Was hast du meinen Lesern für Tipps, sich nach solch schweren Zeiten zurückzukämpfen?

Niemals aufgeben und immer weiter Kämpfen, auch wenn man meint man ist am Boden. Durch willen und Motivation ist vieles möglich, was man vorher nicht denkt.

(c) Michael Füchsle

In diesem Sinne wünsche ich dir, Michael, alles Gute für die Zukunft und uns allen eine entspannte Sichtweise auf die doch meist geringen Probleme.

Euer Tom

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